Jugendhilfe
aktuelle Projekte

Verantwortung zwischen Jugendamt, freien Trägern und Kinder- und Jugendpsychiatrie im Rahmen der Gesundheitsfürsorge – Fall- und Organisationsanalysen für das Jugendamt Bonn (Kurztitel: Fallstudie Kooperation KJH – KJP Bonn)

Laufzeit: April 2022 bis September 2023

Projektpartner:

  • ISA (Institut für soziale Arbeit) e.V. 

  • Prof. Dr. Michael Kölch, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter der Universitätsmedizin Rostock

  • SOCLES International Centrefor Socio-Legal Studies, Heidelberg/Berlin 

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Der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff steht seit Sommer 2021 in der Kritik. Es wurde insbesondere eine Verwendung selbst kreierter Diagnosen, die nicht dem Standard nach ICD-10 entsprechen und eine problematische Verschreibung von Medikation kritisiert. Manche der betroffenen Kinder und Jugendlichen wurden durch das Jugendamt der Stadt Bonn im Kontext von Hilfen zur Erziehung und/oder Amtsvormundschaften begleitet. 

Projektpartner

Im Auftrag des Jugendamtes der Stadt Bonn arbeitet das ISA e.V. in Kooperation mit Prof. Dr. Michael Kölch, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter der Universitätsmedizin Rostock und Dr. Thomas Meysen, Leiter des SOCLES International Centre for Socio Legal Studies gGmbH, Heidelberg/Berlin, seit Anfang April 2022 an Fallanalysen und einer Rekonstruktion von fachlichen und organisationsbezogenen Abläufen von Fällen, in denen eine Behandlung durch den Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Winterhoff erfolgte. Ziel ist auch, zu einer Klärung der fachlichen und rechtlichen Verantwortung der Jugendämter und Vormundschaften, der freien Träger sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie für die Gesundheitsfürsorge junger Menschen in stationären Einrichtungen und Pflegefamilien beizutragen.

Untersuchungsgegenstand & Ziele der Fallstudie

Gegenstand der Fall- und Organisationsanalysen ist es, zu rekonstruieren, warum zum einen in diesen Fällen so entschieden und gehandelt wurde, wie geschehen, und wie zum anderen die Kinder und Jugendlichen bei Entscheidungen über Behandlung und Medikation beteiligt und wie ihre Rechte gewahrt wurden. Bedeutsam sind auch Fragen nach den langfristigen Auswirkungen solcher Behandlungen nach dem Ausscheiden aus Hilfen. Nicht die Suche nach Fehlern leitet dabei die Analysen, sondern der Versuch, die Einschätzungen, Entscheidungen und Verfahrensweisen im Verhältnis zu den jungen Menschen zum jeweiligen Zeitpunkt mit den bekannten Fakten und Einschätzungen sowie  im gegebenen Kontext nachzuvollziehen. Ziel ist es, durch die Rekonstruktion solche Arbeitsweisen, Kriterien und Verantwortlichkeiten herauszuarbeiten, die zukünftig zu einer qualifizierten Gesundheitsfürsorge für junge Menschen insbesondere an der Schnittstelle zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie beitragen können.

Studienverlauf

In der ersten Projektphase werden alle Fälle, in denen eine Beteiligung von Dr. Winterhoff erkennbar ist, gesichtet und im Hinblick auf einschlägiges Material und Bedeutung bewertet. In der zweiten Projektphase sollen bis zu fünf Fälle vertiefend, soweit möglich auch mit Beteiligung betroffener junger Menschen und ihrer Eltern analysiert werden. Über Befunde und Hinweise für die Praxis soll Ende 2023 berichtet werden. 

Gefördert / Finanziert durch:

Stadt Bonn

 


Ansprechpartner:

Dr. Thomas Meysen

T +49 (0)6221 655 81-01

meysen@socles.de

Leon A. Brandt

T +49 (0)163 926 51 95

brandt@socles.de