Jugendhilfe
aktuelle Projekte

Radikal, fundamentalistisch, anders – Fachkräfte im Kontakt (RaFiK)

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Laufzeit: März 2019 – Februar 2022

Projektpartner:

  • Deutsches Jugendinstitut e.V. 

  • SOCLES International Centre
    for Socio-Legal Studies, Heidelberg  

  • cultures interactive Verein zur
    interkulturellen Bildung und
    Gewaltprävention e.V. (CI) 

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​Anlass und Ziele von »RaFiK«

Fachkräfte in den Regelstrukturen der Kinder- und Jugendhilfe kommen regelmäßig in Kontakt mit Kindern aus religiös radikalisierten oder fundamentalistisch bzw. undemokratisch orientierten Elternhäusern; oder sie treffen auf bereits selbst radikalisierte Kinder und Jugendliche. Diese Fachkräfte stehen vor der oft konflikthaften Frage, wie sie sich verhalten und positionieren sollen. Denn ihre Handlungen und Aussagen als Repräsentant*innen von Behörden oder sog. „öffentlichen“ Hilfen treten mit den persönlichen Wahrnehmungen der Betroffenen in schwer kalkulierbare Wechselwirkungen. Das Projekt RaFiK will mehr erfahren über Einstellungen und Handlungsorientierungen im Umgang mit verschiedenen Arten von Extremismus und undemokratischen Milieus – sowie darüber, wie Fachkräfte praktische und ethische Dilemmata im Kontext von Kindeswohl und Religions- bzw. Meinungsfreiheit ausbalancieren. 

Forschungsdesign

Interdisziplinäre Fokusgruppen mit Beteiligung angrenzender Bereiche (Schule, Familiengerichte, Behindertenhilfe, Polizei, Kinder- und Jugendpsychiatrie) diskutieren, ob und wie sie sich der religiösen oder politischen Themen annehmen, ob und wie sie ihre eigenen Sichtweisen ausdrücklich zur Sprache bringen, wann und wie sie in ihrem Vorgehen auf den Diskurs und die Handlungsansätze von Expert*innen im Themenfeld Radikalisierungsprävention zurückgreifen. Die Diskussionen sollen ein Vergleich mit Vorgehensweisen und Einstellungen bei verschiedenen Formen von Extremismus ermöglichen. Das Forschungsprojekt hat das Ziel, die interdisziplinär gewonnenen Erkenntnisse zum Brückenbau zwischen dem spezialisierten Feld der Arbeit mit Extremismus und den Regelstrukturen zu nutzen. Forschungsergebnisse und ein daraus abgeleitetes Thesenpapier sollen in einem breit angelegten Prozess in der Fachöffentlichkeit der verschiedenen Akteursgruppen diskutiert und in Prozesse überführt werden, in denen Handlungsempfehlungen erarbeitet sowie Strukturen aufgebaut werden.

Publikationen:

  • Brandt, Leon Andrea & Meysen, Thomas (2022). Religion und Weltanschauung in der Kinder- und Jugendhilfe: Neutral gegen radikal? RaFiK-Rechtsexpertise zum religiösen Neutralitätsgebot. Heidelberg: SOCLES. (Broschüre)

  • Jäger, Marie; Baer, Silke & Weilnböck, Harald, cultures interactive – Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltprävention e. V. (CI) (2022). Prävention und Intervention gegen Menschen- und Demokratiefeindlichkeit: Angebote und Ansätze. RaFiK-Expertise zum bundesweiten und europäischen Vergleich. Heidelberg: SOCLES. (Broschüre)

  • Meysen, T.; Brandt, L. A.; Witte, S.; Fakhir, Z.; Kindler, H. (2022): Fachliches Handeln zum Wohl von Kindern und Jugendlichen im Kontakt mit »anderer«, fundamentalistischer und radikaler Religiosität und Weltanschauung. Handlungsempfehlungen aufbauend auf zentralen Erkenntnissen des Projekts »Radikal, fundamentalistisch, anders - Fachkräfte im Kontakt (RaFiK)«. München: Deutsches Jugendinstitut e.V. (DJI). (Broschüre)

  • Brandt, Leon A., Thomas Meysen (2021): Religion und Weltanschauung in der Erziehung: verfassungsrechtliche Freiheiten und Grenzen. In: Praxis der Rechtspsychologie (RPsych), vol. 31-1, S. 103-122.

  • SOCLES, DJI, CI (2019): Radikal, fundamentalistisch, anders – Fachkräfte im Kontakt (RaFiK). Forschungsprojekt zu Handlungsorientierungen und Dilemmata in der Kinder- und Jugendhilfe. In: FORUM Jugendhilfe, S. 47-49.

 

Vorträge:

Tagungen:

Podcast:


Ansprechpartner:

Dr. Thomas Meysen

T +49 (0)6221 655 81-01

meysen@socles.de

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